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"Zauberwort Zusammenarbeit" zum Aufbau von Medienkompetenz in der Schule

"Keine Bildung ohne Medien!" lautet eine medienpädagogische Forderung an Politik und Schule.
Das Land Brandenburg reagiert und treibt im 21. Jahrhundert eine Modernisierung der digitalen Infrastruktur voran im Blick auf die Wirtschaft sowie eine IT-Medienentwicklungsplanung in den Schulen. Ausserdem entstand ein Rahmenlehrplan mit dem neuen Basiscurriculum Medienbildung, der sich einfügt in eine Reformserie der Lehrpläne, siehe www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de. Informieren, Kommunizieren, Präsentieren, Produzieren, Analysieren, Reflektieren mit Medien wird eingefordert. Entsteht dadurch Medienkompetenz in der Schule? Machen ihre Handys aus Schülern Bildungsgenies? Werden nun Medienpädagogen für Medienbildung eingestellt? Daran zweifeln nicht nur Lehrer und Eltern. Wie aber schafft man gemeinsam den Bildungssprung in die Wissensgesellschaft? Was fördert Lernen mit Medien? Werfen wir einen ganzheitlichen Blick auf die Beteiligten und die Bedingungssituation in der Schule für eine Medienkompetenz-Koalition?

Wie stößt man aus Schulsicht eine gute Medienpraxis mit Projektarbeit an?

Wer Projekte anschieben will sollte frühzeitig die Planer mit ins Boot holen, denn Schule steuert sich wie ein Tanker. Es lohnt sich mindestens ein Schulhalbjahr im Voraus mit der Schulleitung intensiv zu beraten zwecks Analyse und Anamnese dessen was gewünscht wird als Medienarbeit, unabhängig von offiziösen Vorgaben. Man fragt: Was fehlt vor Ort, was brauchen die Schüler, was erhoffen die Lehrer, wofür sind die Eltern offen, was darf scheitern ohne Gesichtsverlust, wofür kann man Fördermittel erkämpfen, welche Zeitbudgets werden benötigt, welche Kollegen sind bereit aktiv zu begleiten, welche lokalen Bündnispartner sind zu gewinnen, wie kann im Aufbau des Projekts später weiter kombiniert werden? Dann beantragt man miteinander im Bündnis erste Mittel, denn nur eine Schule, die im Projekt materielle Mitverantwortung vertraglich übernimmt, bleibt "bei der Stange". Es lohnt sich sehr eine proaktive Lernkultur für Projektmanagement in eine Schule und ihr Kollegium hinein zu tragen, nicht nur als medialer und pädagogischer Dienstleister aufzutreten. Dabei gilt es miteinander zu klären, was Medien und was Projekte leisten können und was nicht, was die Beteiligten einbringen können, und was allen Freude macht. Um Vertrauen zu stiften, kann sich ein Test-Ballon-Projekt anbieten, beispielsweise beim Tag der offenen Tür der Schule. Mit einem gemeinsamen Blick auf den bis dato üblichen Schulkalender finden sich passende Zeitfenster. Für eine aufbauende Medienprojekt-Planung betrachtet man zwei bis drei Schuljahre, so dass auf einen ersten Jahres-Förderantrag im Erfolgsfall aufgebaut werden könnte, didaktisch, modular, medial. Schule selbst muss lernen eine Medienstrategie zu entwickeln, die ihre Schulplanung und Lehrerfortbildung begleitet, zumBeispiel im Aufbau einer Oberstufe oder Einrichtung einer Willkommensklasse.

Was sind Medien im Kontext von Schule?

Medien sind Übermittler von Botschaften, Austauschtechniken, Forum, seltener werden sie als Kunst oder Methode begriffen. Sie wollen bedient, geformt und gefüttert werden und sind so leistungsfähig wie ihre Anwender. Sie stehen zwischen ihren Nutzern mit dem oft uneingelösten Anspruch guter Verständigung. Im besten Falle helfen sie uns bei der Kommunikation als einer Kooperation zu gemeinsamem Verstehen. Alte und neue Medien ergänzen sich eher als sich zu verdrängen. In Mode sind die digitalen Medien, ihr Gebrauch ist oftmals archaisch, so feiern im Netz die Freunde der Gerüchteküche (a)soziale Urständ (sog. Hassrede, Sascha Lobos Begriff der "Schreispirale"), sogar  Journalisten verlieren ihre Deutungshoheit. In der Schule spricht man direkt miteinander, wobei es im Unterricht um Fakten und Werte gehen soll, nicht um "Enten", Konsum oder um Spielwelten für Hobby-Krieger. Tafel und Papier bleiben Hauptmedien, Schreiben und Lesen die entscheidende Kulturtechnik. Medien in der Schularbeit sind, anders als daheim, nicht zur Unterhaltung da.

Redaktionell verantwortlich: 

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